Foto: ©Frank-Rodrick

23. Oktober 2018

Dita von Teese

Theater 11

Zürich

Sie ist eine Ikone und Superstar in der Burlesque Szene. An Ditta von Teese kommt niemand, der sich für Burlesque Interessiert vorbei. Doch sind diese Vorschusslorbeeren gerechtfertigt? Ist das ehemalige Playboy Model und Ex-Frau von Shock Rocker Marilyn Manson wirklich so genial? Diese Fragen stellte ich mir am Dienstag 23. Oktober als ich das Theater 11 in Zürich Oerlikon betrat. Ein Idol für viel mir bekannte Performerinnen ist Ditta von Teese auf jeden Fall und dies ist sicher kein schlechtes Zeichen. 

Typisch amerikanisch wurde der Host des Abends, Jonny Mcgovern, über die Lautsprecher angekündigt. Das ganze hatte einen Hauch von Boxkampf in Las Vegas und war eigentlich unnötig. Der American Style war durchwegs zu spüren. Sei das bei den Ansagen von Mcgovern bis hin zu den perfekt choreografierten Performances. Für Improvisation war da kein Platz. 

Sehr Überraschend war allerdings die Abfolge der Nummern. Gleich zu Beginn präsentierte Dita ihre spritzigste Performance mit dem Martini Glas. Die Künstlerin lies sich vor dem kurzen Bad von ihren beiden Muskel bepackten Helfen ihr glitzerndes Kostüm ausziehen. 

Von Tese zeigte so gleich ihre bekannteste Nummer, doch würde sie das Level halten können? 

 

Die Texanerin Ginger Valentine wurde als nächstes angekündet. Ihre akrobatische Nummer in einem überdimensionalen Herz war nett anzusehen, mehr nicht. 

Zelia Rose, die mit einem Tribute an Josephine Backer an eine der grössten Tänzerinnen aus den 20er-Jahren erinnerte, tanzte Charlston nichts weltbewegendes passte aber gut in die Show.

Neben der Meisterin selber war sicher Gia Genevieve das zweite Highlight an diesem Abend. Die Blondine aus Los Angeles stand ebenfalls schon vor der Kamera für den Playboy. Die Performance mit der Badewanne war erfrischend anders als das sonst gesehene und peppte die sonst eher trockene Show auf. 

Nach einer Gesangseinlage von Jonny Mcgovern folgte der zweite Auftritt von Dita von Teese. Sie räkelte sich dabei auf einem weissen Sofa, während ihre beiden Tänzer ihr Können zeigten und zugleich elegant die abgelegten Kleidungsstücke auffingen. 

Nach der Pause gab es gleich nochmals eine volle Ladung Eleganz und Glamour von Dita von Teese. Dieses Mal zeigte sie ihr können als Balletttänzerin mit den klassischen Federfächer. Von den vier Performances, die sie zeigte, war dies sicher die schönste und eleganteste Nummer. 

Stimmung kam aber erst richtig bei Jett Adore auf. Der Amerikaner war ja bereits Anfang Oktober Gast in Zürich bei der Ohh lala Cherie-Revue und begeisterte schon im Plaza. Im Theater 11 wurde genau so gejubelt und gelacht. Kurz, der Mann ist ein Meister im Spiel mit dem Publikum. Seine lockere Art war ein willkommner Gegensatz zu Dita, die sich mit viel Eleganz und Grazie auf sehr hohen Absätzen über die Bühne bewegte. 

Ebenfalls ein guter Kontrast bei all dem Glamour war Dirty Martini. Die New Yorkerin ist Weltmeisterin im Tassel Twirling. Bei den Nippel Tassel, das sind kleine tellerförmige Abdeckungen die über die Brustwarzen geklebt werden, hat es meistens kleine Kordeln dran mittels Bewegung des Oberkörpers werden die zum drehen gebracht. Diese hohe Kunst und beliebtes Element im Burlesque präsentierte Dirty Martini in diversen kreativen Varianten.

 

The Art of Teese von Dita von Teese ist eine schmale Gratwanderung zwischen super perfektionistisch bis langweilig. Den Theatersaal habe ich mit gemischten Gefühlen verlassen und freute mich zugleich auf die nächste Ohh lala Cherie-Revue in Zürich. Klein und Fein ist in dieser Szene einfach besser als gross und Amerikanisch.

Leider durfte ich keine Fotos von Dita von Teese machen.

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