6. - 9. Juni 2018

Unique Moments

Diverse Künstler/Innen

Landesmuseum Zürich 

Im historischen Hof des Schweizer Landesmuseum in Zürich startete am 6. Juni zum zweiten Mal die «Unique Moments»-Konzertreihe. Bekannte Bands und Künstler stellten ihr erfolgreichstes Album live unter freiem Himmel vor. Den Anfang machte die schottische Post Britpop-Band Travis mit ihrem Album «The Man Who» aus dem Jahr 1999. 

Gut gelaunt betrat das Quartett um Sänger und Gitarrist Fran Healy überpünktlich die Bühne in der beeindruckenden Kulisse. Das Publikum kam nicht in Scharen, trotzdem war der Platz vor der Bühne jedoch gut gefüllt.
Beim ersten Teil des Sets lag der Fokus ganz auf dem Album «The Man Who». 

Mit ruhigen, schon fast traurigen Melodien schufen Travis eine ganz spezielle Stimmung. Um diese Ruhe gleich wieder mit einer schnelleren Nummer aufzubrechen. 

Die Schotten hatten ihr Publikum fest im Griff und zeigten, dass man richtig Spass beim Arbeiten haben kann. Fran Healy (Stand im modernen Kilt auf der Bühne) und Bassist Dougie Payne waren zwischen den Songs immer wieder für ein Spässchen bereit. Etwas, wernn Fran Healy erzählt, wie er eins für Liam Gallagher gespielt hat und der begeistert war. Healy zeigte sich zudem sehr beeindruckt von der tollen Kulisse des Landesmuseum. Dank einem Fan erfuhr er, dass es sich um «History Museum» handelt. 

Travis spielten neben den elf Songs der oben erwähnten Platte natürlich noch einige Hits und gerade Songs wie «Side» oder «Flowers in the Window» mit weniger Melancholie sagten mir mehr zu.

Nach zwei Stunden Konzert auf sehr hohem Niveau und ein paar Minuten vor dem Gewitter war der erste …«Unique Moments»-Abend vorbei. 

Leider hat das Management von Travis eine andere Vorstellung von Fotografie als ich. Deshalb darf ich von der Band keine Fotos Zeigen.

7. Juni 2018 Stephan Eicher und Martin Suter

 

Das «Songbook»-Album des Berner Chansonier Stephan Eicher wird mit einem dazu gehörigen Buch verkauft. 

Das Buch erzählt autobiographisch die Geschichten hinter den Songs auf der CD. 

Wenn man einen Musiker fragt, wie er immer auf dieses vielen Ideen kommt, um neue Lieder zu schreiben, ist die Antwort meistens «I ha kei Ahnig» und genau deshalb sind die Texte im Buch frei erfunden. wie das bei Autobiographien so üblich ist. (Eine Autobiografie ist nicht frei erfunden, sondern von der Person geschrieben, die die Geschichte erlebt hat. Würde ich unbedingt rausnehmen, weil falsch.)

Das Konzert begann mit «Spil No Eis». Ein Stück, das als Zugabe komponiert und geschrieben wurde, aber auch hervorragend am Anfang des Konzertes platziert werden kann, wenn auch mit der Folge, dass alle weiteren Songs Zugaben sind und so, dass das erste Stück eine Art Anfang vom Ende ist. 

Stephan Eicher war für mich immer der noble Herr, ein Mann den man eher mit einem guten Glas Rotwein philosophieren sieht als mit dem grossen Bier in der Hand an einer wilden Party. Das selbe könnte man wohl auch über seinen Freund und Buchautor Martin Suter behauptet werden. Der zeigte sich diesem Abend für die Lesung verantwortlich. Eicher und Suter haben schon mehrfach zusammengearbeitet und «Songbook» ist so quasi der vorläufige Höhepunkt. Die beiden Kreativen passen also perfekt zusammen und das spürte man bis in die oberste Reihe der gedeckten Tribühne die mit 500 Personen an diesem Abend ausverkauft war. Die Stehplätze waren eben falls gut besetzt. Die Stimmung war über den ganzen Abend sehr ausgelassen und fröhlich bis auf ein paar ewige Plappermäuler im hinteren Bereich hörte die Mehrheit des Publikum aufmerksam zu. Es wurde immer wieder gelacht und geklatscht. Eicher stellte während des Konzertes fest, dass er kaum ein Lied im Repertoire hat, bei dem nicht mindestens einmal ein alkoholisches Getränk vorkommt. mit den beiden Covers «D Rosmarie und ig» von Rumpelstilz (Rotwein) und «Campari Soda» von Taxi bewies er wie schon oft an diesem Abend seinen feinen Humor. 

Man hätte den beiden Künstler wohl drei Stunden zuhören können, doch mit «Aabelied» hat sich das Songbook geschlossen
Stephan Eicher und das Weintrinken hat eine grosse Gemeinsamkeit: man entwickelt  erst mit einem gewissen Alter das Verständnis dafür.

8. Juni 2018 Patti Smith an here Band

 

Patti Smith setzte mit ihrem Debüt Album «Horses» von 1975 gleich ein Meilenstein für die Punk  und New Wave-Szene in die Plattenläden.

Die Songs beginnen oft langsam und nehmen zunehmend an Fahrt auf. Mir waren die Titel teilweise fast zu lang, so das ich mich immer wieder ausklinkte und mich nicht auf die Musik konzentrierte. Die Setlist glich Patti Smith und ihre Band fast der Trackliste des Albums an. Auf der Bühne stand Smith hauptsächlich hinter dem Mikrophonständer, gestikulierte mit den Händen, beim zweiten Song «Redondo Beach» streckte sie entschlossen die Faust nach oben. Der Punk lebte also noch, obwohl die «alte Dame» sich sonst auf das Singen ohne grosse Emotionen Konzentrierte. 

Genau diese Dame, mit ihren unzähmbaren grauen Haaren, bracht es aber fertig ihr Publikum voll und ganz in ihren Bahn zu ziehen und trotz Regen vor der Bühne zu fesseln. 

Patti Smith und ihre Musik sind nicht einfach zu verstehen, wenn man einfach so unvorbereitet ans Konzert geht. Diese Horizonterweiterung ausserhalb des Mainstreams ist es aber durchaus wert.

Die «Unique Moments»-Konzertreihe im Hof des Landesmuseum war der würdige Austragungsort für die legendären Künstler und ihre erfolgreichsten/bekanntesten Alben. Betreffend Organisation kann man den Verantwortlichen ein grosses Kompliment machen. Angefangen beim Einlass, der unkompliziert funktionierte, über das Food Angebot, das kulinarisch für jeden Geschmack und zu fairen Preisen jeden etwas bot, und auch zu trinken gab es etwas Kleines. Ein 3dl Bier für CHF 6.- zu verkaufen funktioniert in Zürich, kratzt aber an der oberen Grenze. Der Vorteil ist, man hat weniger Betrunkene und das ist okay. 

Wer gerne in einer historischen Kulisse einen schönen Abend verbringen wollte, ist bei Unique Moments sicher voll und ganz auf seine Kosten gekommen. 

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