29. April 2019

Rita Ora

Halle 622 Zürich 

Es ist schon eine lange zeit her, seit ich Rita Ora als Support Act von Coldplay im Letzigrund Stadion gesehen hatte. Obwohl der Radio Pop nicht so mein Ding war und ist, wollte ich sehen und hören wie sich die Engländerin mit albanischen Wurzeln weiterentwickelt hat. Rita ist ja nicht nur Musikerin, sie spielte zudem in allen «Fifty Shades of Grey»-Filmen die Rolle der Mia Grey. 

 

Auf der «Phoenix World Tour» besuchte Rita Ora ihre Schweizer Fans in der Halle 622 in Zürich-Oerlikon. Ein junges, vorwiegend weibliches Publikum traf man in der Halle und im Foyer an. Vom Support Act habe ich leider nicht viel mit bekommen, deshalb halte ich mich hier mit einem Urteil zurück.

 

«Rita, Rita»-Rufe brandeten kurz vor 20:00 Uhr in den ehemaligen Industriehallen auf.

Es machte sich ein wenig Panik breit. Gerüchten zufolge hat die junge Dame gerne Verspätung. Da stellte sich schon die Frage ob der Handy-Akku bis zum Beginn des Konzerts hält? 

20:21 Uhr war es dann endlich soweit und das Licht ging aus, die Show begann. 

Ein wenig träge bohrte sich der erste Song, «For You», eine Single zum oben genanten Film, in meinen Gehörgang. Irgendwie erwarte ich mehr Power von Rita. Hinter mir kreischten die Mädchen wie bei einer Boygroup. Komisch, da waren schon Männer mit Instrumenten auf der Bühne, aber die waren sehr dezent im Hintergrund und so motiviert wirkte ihr (Schau-)spiel nicht, dass es sich zu kreischen lohnte. Sehr hübsch anzusehen waren dafür die sexy Background-Sängerinnen. Ritas Outfit erinnerte mich an einen Regenmantel und die blondierten Haare wirkten wie ein Perücke. Was ist bloss aus der Rita mit blonden Locken und einem verschmitzten lächeln von 2012 geworden? War sie beim Filmset zu lange im Darkroom? Wir werden es nie erfahren.

 

Im Laufe des Konzerts wurde der Sound nicht nur Qualitativ besser, es kam immer mehr drive dazu. Besonders «Girls» mit Elementen vom Cyndi Lauper-Klassier «Girls Just Wanna Have Fun» machte schon Spass. An dieser stelle wurde kräftig mitgesungen, obwohl die meisten bei der Veröffentlichung 1983 noch nicht auf der Welt waren. Das ist eben die Macht der grossen Hits, man kennt sie einfach in allen Generationen. 

 

Rita Ora nutzte ihre Bühne gut aus, ob auf einer der drei Stufen oder am Bühnenrand, sie war sehr präsent. Der weisse Plattenboden bot sich für etliche Tanzeinlagen an. 

Nach gut 70 Minuten war dann schon Schluss. Etwas irritiert hörte man einige Pfiffe. Zuerst zu spät kommen, sein Programm ohne grosses Spektakel runterspielen und nach zwei Zugaben verschwinden, ist für eine junge Künstlerin sicher nicht die beste Werbung. Vielen im Publikum schien dies egal zusein. Sie hatten Spass mit den einfachen Popsongs und gingen glücklich nach Hause. Obwohl ich keine Wunder erwartete, Rita veröffentlichte schliesslich erst zwei Studio-Alben, verliess ich die Halle mit gemischten Gefühlen. Mich lies das Gesehene kalt, obwohl es nach dem erwähnten langsam Start etwas besser wurde, fehlte das Salz in diesem musikalischen Menü. 

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