28. Januar 2020

Silbermond 

Hallenstadion Zürich

Soll ich jetzt lieb sein und mit der Silbermond-Fanbrille das Review schreiben oder soll ich als neutraler Besucher in die Tasten hauen? Ja, es schlagen zwei Herzen in meiner Brust und die Entscheidung ist nicht ganz einfach. Okay, ich wähle beide Varianten. 

Zuerst einmal die Fanbrille: Silbermond ist für mich eine herausragende Liveband, die immer Spass macht. Ihre Statements zwischen den Songs haben Hand und Fuss und die Songtexte sind zwar sehr süss, aber natürlich Pop und deshalb passt dies. 

Sängerin Stefanie Kloss hat zudem nicht nur eine tolle Stimme, sie sorgt auch auf der Bühne für Action und überträgt viel Emotionen auf das Publikum. Die früheren Konzerte von Silbermond waren jeweils ein positives Erlebnis.

 

Es ist also nicht verwunderlich, dass ich mit grosser Vorfreude ins Hallenstadion ging und eine weitere Powershow erwartete. Es versammelten sich mit knapp 6’000 Fans, der harte Kern, der deutschen Band im «Wädlitempel». Die Show begann sehr ruhig, was mich schon ein wenig misstrauisch machte und zugleich der Moment war, in dem ich die Fanbrille ablegte. Klar ist mir bewusst, dass Silbermond einige Balladen im Repertoire haben, das ist und war nie ein Problem. Mir kam es aber vor, als ob Steffi und ihre Jungs mit angezogener Handbremse performten. Da fehlte einfach die Power. 

​Optisch gab die Bühne einiges her. Überdimensionale Blumen und Holzfiguren zierten vor der grossen Leinwand das Design. Es stellt sich die Frage ob das Kinderzimmer von Steffis und Gitarrist Thomas Stolle’s Sohn auch so üppig dekoriert ist. 

Impression|©Stagetime.ch.jpg

Das Quartett aus dem Sächsischen Bautzen, fühlte sich auf der Hauptbühne sehr wohl und einen Ausflug auf den Cat Walk gab es während den ersten Songs des Konzerts nicht. Erst nach der Hälfte des Konzerts begaben sich Silbermond auf die kleine Bühne beim Publikum und spielten ein kleines Acoustic Set. Also noch mehr Balladen. Damit kam noch weniger Schwung in die Halle. 

 

Bei der Rückkehr auf die grosse Bühne und mit dem Song «Krieger des Lichts» kam Leben auf und die, die noch Akkukapazität hatten, liessen die Handy-Taschenlampen leuchten. Kein neuer Effekt, aber immer wieder schön anzusehen. Das wars dann schon wieder mit der guten Stimmung. 

 

Silbermond kam auf ihrer «Schritte Live Tour» nie so richtig vom Fleck und drehten sich mehr im Kreis. Schade, denn von dieser Band ist man wie eingangs erwähnt mehr und Besseres gewohnt. 

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