13. Februar 2018

Dropkick Murphy

 Flogging Molly

Glen Matlock (Ex Sex Pistols)

Wegen grosser Nachfrage wurde das Doppelkonzert von Dropkick Murphys und Flogging Molly von der Halle 622 in die grössere Samsung Hall verlegt. Rund 2000 Plätze mehr und die modernere Infrastruktur boten beste Voraussetzungen für diese irisch-amerikanische Folk Punk-Party. Das die Samsung Hall ebenfalls ausverkauft war, ist keine Überraschung. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, gab es sogar ausnahmsweise Murphys Irish Beer und nicht nur das holländische Grosskonzern-Imitat. 

 

Die Halle war schon recht gut gefüllt als ein älterer Herr mit grauem Haar und Akustikgitarre die Bühne betrat. Ältere Herren, die Musik machen, haben meist einen grosse Vergangenheit. Es war Sex Pistols-Gründer und Bassist Glen Matlock. Punk Rock und besonders die Sex Pistols lebten von ihrer wilden Show. Matlock hatte aber weder eine Band noch eine Wilde Show, es wirkte wie wenn man ein Salat ohne Sauce bekommt. Es ist einfach nur fad. Das der Engländer ein exzellenter Songschreiber ist, bewies er schon in jungen Jahren mit «God Save the Queen», einer unverblümten Kritik am Englischen Königshaus.

 

„God save the queen

The fascist regime

They made you a moron

A potential H bomb“ 

 

Von der rebellischen und wilden Attitüde aus den 60er Jahren war nichts mehr zu spüren.

Auf dem Balkon haben die letzten Fans gerade Platz genommen, unten war fast kein durchkommen mehr. Die Luft war zum Schneiden dick. Flogging Molly konnten also loslegen wie es eben nur die Kalifornier können. Wie gewohnt begrüsste Sänger und Gitarrist Dave King das Publikum mit einer Bierdose in der Hand. Das irisches Schwarzbier ist einen Art Benzin, das die Band und die Fans von null auf Hundert in 10 Sekunden bringt. Die Hütte explodierte förmlich als die Kalifornier mit «The Hand of John L. Sullivan» vom aktuellen «Life is Good» durchstarteten. Der sehr gut abgestimmte Sound trug massiv zur grandiosen Stimmung bei. Die Schunkel und Sauf-Lieder wie «Drunken Lullabies» durften da natürlich nicht fehlen. Immer wieder waren die Fiddle (Violine mit abgeänderter Bauform ) und die typisch irische Uilleann Pipes, von Bridget Regan deutlich zu hören. 

Flogging Molly sind immer ein Konzertbesuch wert, weil ihr Spielwitz und die Freude auf der Bühne zu stehen, die Sieben zu einer ausgezeichneten Live Band machen.

Die Luft war noch dicker geworden und die T-Shirts waren bereits durchgeschwitzt. Zeit dass Drupkick Murphys gleich noch eine Schippe draufzulegen und den Abend endgültig unvergesslich und legendär machen.

Kaum standen die Männer aus Boston, Massachusetts (USA), auf der Bühne schalte es «The Booooys aaaarrr Bäääck, The Boys are Back». Egal wie betrunken man schon war, jedem der 5000 Anwesenden war klar, das ist der Opener für 90 harte Minuten. 

Die Murphys peitschten ihr Publikum gnadenlos an, forderten Circle Pits oder eine Wall of Death und es wurde getanzt als gäbe es kein Morgen mehr. Das war der nackte Wahnsinn was in der Samsung Hall abging. Selbst «Folsom Prison Blues», im Original von Johnny Cash, wurde sehr gut aufgenommen. 

Auf der grossen LED-Wand wurde immer mal wieder kleine Film-Sequenzen eingespielt, etwa Bilder eines Boxkampfes. 

Der dreistöckige Bühnenaufbau bot der sechsköpfigen Band sehr viel Platz, den die meisten sehr gut ausnutzen. Logisch, dass Drummer Matt Kelly keine grosse Spaziergänge unternahm. Ebenfalls war der Herr im Kilt mit den Bagpipes sehr standhaft.Die restlichen Mitglieder und allen voran Sänger Al Barr waren ständig in Bewegung und suchte den Kontakt zum Publikum, das völlig aus dem Häuschen war. Al Barrs spitzbübisches Grinsen verriet das er selber auch richtig Spass hatte. 

Mit einer solchen Spielfreude und Energie habe ich die Boys aus Boston noch nie erlebt. Da stimmt einfach alles. 

So wurde dieser Konzert zum unvergesslichen Abend wie ich es selber nicht erwartet hätte.

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