12. Februar 2019

Parkway Drive

Halle 622 Zürich

Eine volle Dröhnung „Deathcore“ und „Metalcore“ gab es am vergangenen Dienstag in der „Halle 622“ in Zürich - Oerlikon. Trotz strengen Eingangskontrollen kam man ohne lange Wartezeiten in die Location. Die Stimmung war sehr entspannt und die Vorfreude auf drei Acts, welche für ihre schweisstreibenden Shows bekannt sind, gross.

 

Als erster Act kamen „Thy Art is Murder” aus Australien etwas zaghaft auf die Bühne in der bereits gut besuchten Halle.

„Thy Art is Murder“ wirkten während ihrem kurzen Auftritt von ca. 40 Minuten etwas gelangweilt, ja sogar etwas hüftsteif. Lediglich Sänger und Publikumsdirigent „Chris "CJ" McMahon“ wusste zu überzeugen. Praktisch pausenlos stand er auf dem Podest am Bühnenrand. Schon beim dritten Song bildete sich im Publikum eine „Wall of Death“. Die Aufwärmphase wurde für einmal bei den Fans sehr kurz gehalten. Schade, dass die Band nicht den besten Tag erwischte und wie bereits erwähnt unter Bewegungsarmut litt.

Thy Art Is Murder

Bereits 20 Jahre steht die Metalcore Band „Killswitch Engage“ auf den Brettern die die Welt bedeuten. Bis jetzt konnte mich die US Band bei Ihren Auftritten am Greenfield Festival nicht überzeugen. Das Quintett aus Westfield, Massachusetts hat sich für mein Empfinden in eine sehr interessante Richtung entwickelt. Neben den präzisen Riffs waren immer wieder melodiöse Breaks enthalten. Diese Tempowechsel gaben dem Sound eine Abwechslung wie ich es im „Metalcore“ noch selten gehört habe. 

Anders als bei „Thy Art is Murder“ war Killswitch Engage extrem aktiv auf der Bühne. Besonders Gitarrist Pete Cortese war während dem ganzen Gig am Hüpfen und Laufen. Diese Energie war sehr bemerkenswert. Ebenfalls Bassist Mike D’Antonio mutierte an seinen 4 Seite zum groovenden Tier. 

Die Amerikaner demonstrierten eine Bühnenpräsenz, wie ich sie bei ihnen noch nie gesehen habe. So verging ihre Spielzeit von rund 60 Minuten wie im Flug.

Killswitch Engage

Ein letzter Gang zur Toilette oder zum Bierstand und dann schnellst möglich zurück in die Halle um den Start von Parkway Drive und ihrer gigantischen Show nicht zu verpassen. Die Australier sind zum dritten Mal innerhalb von einem Jahr in der Schweiz. Die Hütte ist nicht ganz voll aber sehr gut besucht. Einzig auf dem Balkon hat es noch frei Plätze, der Innenraum ist rappelvoll.

Kurz nach dem das Licht aus ging, schossen beim Mischpult vier Feuersäulen in die Höhe. In schwarze Kutten gekleidet betrat die Band die Halle. Unter grossem Jubel und begleitet von sechs Fackelträgern schritten sie durchs Publikum, während auf der Bühne schon die ersten Böller krachten. WOW, was für ein Beginn den die Australier bei ihrer «Reverence Tour» zelebrieren. 

Mit «Wishing Wells» vom aktuellen Album «Reverence» ging es nach fast 5 Minuten Intro auf der Bühne los. Hielt sich die Band zuerst im oberen Teil der zweistöckigen Bühne auf, suchten sie schon bei zweiten Song «Prey», ebenfalls vom aktuellen Album, die Nähe zum Publikum und forderten dieses auf zu hüpfen. Neben dem hüpfen war das Crowdsurfen eine weitere sehr beliebte Tätigkeit. Die Security leistete schon bald Schwerstarbeit. Vor diesem Einsatz kann man nur den Hut ziehen. 

Sänger Winston McCall und seine Männer begeisterten einmal mehr ihre Fans mit ihrem knallharten Sound, grandiosen Gitarrenriffs und fast unendlicher Energie. Optisch überraschten sie bei jedem Song mit anderen Lichteffekten oder massivem pyrotechnischen Einsatz. Das Zürcher Publikum war in totaler Ekstase und feierte die Australier wie man es nur selten an Konzerten erlebt. 

Leider verschwand die Band zwischenzeitlich im Rauch und Nebel, welcher durch den Einsatz verschiedener Feuereffekte entstand. Die Lüftung in der Halle 622 war da einwenig überfordert, weshalb es einige Zeit dauerte, bis man auf der Bühne wieder etwas erkennen konnte. 

Rechtzeitig zu «Writings on the Wall» vom Album «Ire» aus dem Jahr 2015 hatte man wieder klare Sicht. Die Band hatte Zuwachs bekommen und zwar gesellte sich ein Streichquartett dazu. Metal meets Classic hiess es also für zwei Songs. Die drei Geigerinnen sowie die Cellistin waren auch beim folgenden neuen Song «Shadow Boxing» präsent. Der Soundtechniker war noch mehr gefordert als sonst. Die sanften Streichinstrumente sollten neben den lauten Gitarren gut zu hören sein. Dies ist sehr gut gelungen. Allgemein machte diese Kombination Lust auf mehr obwohl es keine neue Erfindung ist. 

Parkway Drive mit Streicher Quartett

Nach den beiden Songs wurde es wieder stockfinster in der Halle. Lediglich ein paar Taschenlampen sah man auf der Bühne. Mehr Lichtquellen waren nicht auszumachen. Plötzlich ging der Spot an und Sänger McCall stand auf der B-Stage direkt vor dem Mischpult. Nur von einem Cello begleitet sang er den Song «The Colour of Leaving» Ein weiteres neues Stück. 

Zurück auf der grossen Bühne gab es mit «Crushed» und «Bottom Feeder» zwei Zugaben. Besonders beim düsteren «Crushed», lies es Parkway Drive nochmals Krachen und gab auch pyrotechnisch richtig Gas. 

Vom totalen Abriss war im Vorfeld die Rede, eine selten gesehene Intensität und Energie die von einer Band auf das Publikum übergeht. Die Australier bekamen viel Vorschusslorbeeren. Ich war sehr kritisch, da mich die Band an ihren bisherigen Besuchen am Greenfield Festival recht kalt gelassen haben. Den hohen Erwartungen wurden sie aber an diesem Dienstag mehr als gerecht. Der Ausflug nach Oerlikon hat sich gelohnt.

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