1. Oktober 2020

Cabaret Lune Noire

Bierhübeli Bern

Es fühlte sich wie eine Befreiung nach dem Lockdown an , als ich nach vielen Monden das Bierhübeli für eine weitere Ausgabe der Cabaret Lune Noire betrat. Die Vorfreude auf Host Jeff van Phill, Betsy Rose - UK, Tronicat la Miez - DE, Colette Collerette - BE, Janet Fischietto - IT und Leo Garbo - DE war riesig. Besonders war ich auf Tronicat la Miez gespant. Die Künstlerin aus Hamburg habe ich noch nie live gesehen, ihren Name aber schon des öfteren gelesen, was mich natürlich neugierig machte. Ihr erster Act mit einer Art Ritterrüstung als Kostüm war spannend inszeniert. Besonders am Schluss des Acts, als sich die Hamburgerin einen feinen Draht durch die Zunge stecke, war ich schon sehr überrascht von ihr. Der zweite Auftritt dagegen war sehr poetisch, aber nicht weniger perfekt inszeniert. 

 

Mit einem schlichten WOW!!! kann man die beiden Acts von Colette Colerette umschreiben. Auf einen grossen, weissen Umhang projizierte sie mit einem keinen Beamer, den sie am Bühnenrand platzierte, verschiedene Bilder, während Colette anmutig den Umhang in Bewegung hielt. Neu ist dieser Effekt zwar nicht, aber die Wirkung ist immer toll. 

Bei ihrem zweiten Auftritt erinnerte Colette Collerette an den weisen Clown aus dem Zirkus. Nachdem sie ihr Kostüm abgelegt hatte, kam sie mit einem grossen, weissen Ballon zurück und tanze mit ihm über die fast dunkle Bühne. Es machte den Eindruck als schwebte sie um den Mond herum. Selbst beim konzentrierten Fotografieren kam ich ein wenig ins Träumen. Dem Publikum ging es wohl nicht anders, da es ganz still wurde. 

 

Ebenfalls einen fulminanten Auftritt legte Betsy Rose aus England hin. Sie gehört zurecht zu den einflussreichsten Performer der UK Burlesque-Szene . Bei ihr passt jede Bewegung, jeder Teil der Performance, wie ein Handschuh ausziehen, perfekt auf den Takt der Musik. Diese Präzision ist unbeschreiblich. 

Wegen den Einlasskontrollen, die wegen der Pandemie etwas länger dauerten, hat sich alles etwas hinaus gezögert. Aus diesem Grund musste ich die Heimreise vor dem Ende der Show antreten. Deshalb verpasste ich ihren zweiten Act.

 

Jeff van Phill führte dreisprachig, im Solothurner Dialekt, Schriftdeutsch und a little bit in English durch den Abend. Der Verwandlungskünstler ist ein genialer Entertainer und begeisterte mit seiner Redegewandtheit und feinem Humor das Berner Publikum. Ebenfalls Spass machten seine beiden eigenen Acts. 

 

Jeff kam die Ehre zu teil eine Weltpremiere anzukünden. Der erst 23-jährige Berliner Leo Garbo stand zum ersten Mal auf einer Bühne. Was der junge Mann mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit zeigte, verdient schon das Prädikat «Weltklasse!». Ob mit Elementen eines Kontorsionist oder wie im zweiten Teil mit dem Hula Hop-Reifen, Es sah einfach genial aus. 

 

Bei all dem Spektakel ging Janet Fischietto mit ihrem feinen Act etwas unter. Die Italienerin ist eine grossartige Künstlerin und wirkte mit ihrem Act etwas schüchtern und zurückhaltend. Leider habe ich auch ihr zweiter Auftritt verpasst.

 

Einmal mehr war das Cabaret Lune Noire eine erfrischend abwechslungsreiche und unterhaltsame Show. 

Sehr erfreulich war, das dass Bierhübeli ausverkauft war und die Stimmung sehr ausgelassen wie immer war. Die Location mit viel Tradition, machte in jeder Hinsicht alles richtig. 

 

Am 3. Dezember gibt es eine weitere Ausgabe des Cabaret Lune Noire. Wer dann das Publikum begeistern wird ist noch nicht bekannt. 

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