27. April 2019

Rattle 'n' Roll Party #8

Escherwyss Club Zürich 

Sechs lange Jahre überlegte sich Lance Vegas, DJ und Initiator der Rattle ’n’ Roll Party. wie er die Rockabellas und Rockabillys für eine weitere achte Ausgabe begeistern kann. Seine Partyreihe, die in der Vergangenheit zwei mal pro Jahr statt gefunden hat, überzeugte jeweils mit einem vielfältigen Rahmenprogramm, einem kleinen Vintage Market, Burlesque Performances und natürlich Rock ’n’ Roll. Von dem allem ist bei der achten Ausgabe Letzteres übrig geblieben. Der Fokus soll auf der Musik liegen und mit dem Escherwyss Club wurde nicht nur eine etwas kleinere Location gewählt. Das Gebäude aus den 50er Jahren mit dem schlichten Industrie Charme passte auch perfekt für diese Party. 

Kurz nach Türöffnung, füllte sich der Saal mit zum Teil schön zurecht gemachten Menschen, die eine sehr coole und angenehme Stimmung verbreiteten. Es versammelten sich aber nicht nur einheimische Freunde und Fans der beiden Bands Booze Bombs aus dem Nord-Schwarzwald und der Zürcher Band Hillbilly Moon Explosion, die nicht nur ihr neuntes Album taufte, sondern auch gleich ihr zwanzigjähriges Bestehen feierten.

Bei der Gardarobe wurde ich von zwei Männer aus Malmö (Süd-Schweden) angesprochen, die nur wegen den Hillbilly Moon Explosion nah Zürich reisten. Vor der Bühne kam ich mit einer Frau und ihrem Partner ins Gespräch, die den langen weg aus dem Ruhrgebiet unter die Räder nahmen. 

Es ist allgemein ein Phänomen, dass kleine Schweizer Bands im Ausland bald mehr wargenommen werden als im eigenen Land. Die Rockabilly Band ist da nur ein Beispiel. 

Gemäss einem Interview in einem Musikmagazin, ist die breite öffentliche Wahrnehmung aber nicht das primäre Ziel. Die Eigenständigkeit der Band ist Emanuela Hutter (Gesang, Rhythmus-Gitarre), Duncan James (Lead-Gitarre), Sylvain Petite (Drums) und Oliver Baroni (Slap Bass, zu deutsch Kontrabass) viel wichtiger.

 

Bevor aber die «Geburtstags Kinder» die Bühne enterten, durften die Booze Bombs das Publikum auf Betriebstemperatur anheizen. Die Schwarzwälder machten dies mit abwechslungsreichem Sound, von Jive über Twist zu Rock ’n’ Roll war alles dabei. Das unterhaltsame Set beinhaltete sowohl eigene Kompositionen wie auch Cover, bei denen das Publikum mitgesungen hat. Die stimmgewaltige Annie Leopardo begeisterte bei der Zugabe mit einer A capella-Version von «Stand by Me» von Ben E. King aus dem Jahr 1962. Der Grund für diese spontane Einlage war, dass Gitarrist Lucky Steve eine neue Saite an seinem Instrument aufziehen musste. 

Die Booze Bombs lieferten ein abwechslungsreiches Konzert ab.

Booze Bombs|©Stagetime.ch

Während der Umbaupause gab es Musik von DJ Faxe, der ebenfalls für gute Unterhaltung ab Vinyl (das sind die runden, schwarzen Scheiben mit den Rillen) sorgte. 

 

Veranstalter Lance Vegas kündete mit Stolz die Band an, die seit 20 Jahren auf der ganzen Welt unterwegs ist, neun Alben auf dem Markt gebracht hat und immer wieder aufs Neue begeistert.

 

Mit viel Energie und ihrem unverkennbaren Sound legte das Quartett um Sängerin Emanuela Hutter los. The Hillbilly Moon Explosion überzeugen neben ihrer Musik durch ihre Bühnenpräsenz. Einerseits ein wenig unnahbar, andererseits immer beim Publikum, ist ihr Auftritt nicht überschwänglich, aber auch nicht zu unterkühlt. Besonders Oliver Baroni wirbelt mit seinem schweren Bass auf der rechten Seite. 

Angekündigt war ein Gastauftritt von Punkrocklegende Sparky von der Band Demented are Go! 

Der Engländer hat bei einigen Duetten auf dem aktuellen Album bei einigen Duetten wie «Queen of Hearts», einer echten Killerballade, mitgewirkt. Sparky lebt seit 40 Jahren den Punkrock und das hinterlässt Spuren aus diesem ist er nicht gerade der Zuverlässigste. Zu Beginn des Konzertes wusste man, dass er in ein Flugzeug eingestiegen ist, wo er gelandet ist, weiss man bis zum heutigen Tage nicht. 

Obwohl die Jubilaren etwas enttäuscht waren, dass ihr Stargast nicht aufgetaucht war, spielten sie ein begeisterndes Konzert mit alten Songs und neuem Material vom aktuellen Album «The Sparky Sessions». Das Album wurde an diesem Abend auch gleich getauft. 

 

Trotz einigen tontechnischen Problemen, war der Escherwyss Club bezüglich Grösse und Infrastruktur eine optimale Location für die Rattle ’n’ Roll Party #8. 

Eine Zugabe im Herbst wünscht sich wohl jede/r der den Weg an den Bahnhof Hardbrücke gefunden hat. 

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