14. Mai 2019

David Garrett

Hallenstadion Zürich

Im zarten Alter von vier Jahren hat David Christian Bongartz, besser bekannt als David Garrett, erste versuche auf der Geige gemacht. Unterrichtet wurde er zu Beginn von seinem Vater, einem Geigenverkäufer und nebenberuflichen Geigenlehrer. 

Inzwischen ist aus dem kleinen David ein Rockstar geworden, der auf seiner «Unlimited»-Tour 10-Jahre Crossover feiert. Als Rockfan liegt es nahe Klassik mit Pop, Rock und Metal zu verbinden. 

Zusammen mit einer Band und der Neuen Philharmonie Frankfurt war der Geiger am Dienstag 14. Mai im Hallenstadion zu Besuch. Der Deutsche versteckt sich trotz seiner liebe zur Klassik nicht in Opern oder Konzerthäuser sondern geht bewusst in die grossen Hallen, um ein breites Publikum zu erreichen. Geschätze 8’000 Besucher fanden den Weg in den «Wädlitempel» in Oerlikon und wurden mit einem vielseitigen Konzert, mit grossartigen visuellen Effekten und einem bestens gelaunten und publikumsnahen Künstler belohnt. 

David Garrett begann mit einem Medley aus Beethovens 5th Symphony, «He’s a Pirate» vom Pirates of Caribbean-Film und dem Nirvana-Klassiker «Smells Like Teen Spirit». Der Einstig war also schon ganz nach meinem Geschmack. Auf der riesigen LED-Wand im Hintergrund und oberhalb der Bühne wurde der kraftvolle Sound Visuell untermalt. Daraus ergab sich eine spektakuläre Show, die perfekt abgestimmt war. Dazu kamen die nicht aufdringlichen, aber auf den Takt des jeweiligen Stücks abgestimmten Lichteffekte. 

Beeindruckend war der Metallica's Klassiker «Master of Puppets», welcher in voller länge von fast 10 Minuten gespielt wurde. Für den Geiger bedeutet dies höchste Konzentration. Dasselbe gilt für die gekürzte Version vom Led Zeppelin's «Stairway to Heaven». Ein Meisterwerk mit vielen Tempiwechseln, die David Garrett und seine Musiker raffiniert umsetzen und dem Original mehr als gerecht wurden. 

David Garrett liebt es, die Nähe des Publikums zu spüren, deshalb machte er bei «Superstition» von Stevie Wonder einen Ausflug ins Publikum. Zurück auf der Bühne stellte er fest das seine Haare ziemlich zerzaust sind. Dank den vielen Selfies sei ihm das aufgefallen. Er werde dies in der Pause richten. 

Garrett sagt von sich selbst, dass er sehr spontan Ideen und Inspirationen für seine Musik habe. Deshalb komme es immer wieder vor, dass er seine Bandkollegen zu den unmöglichsten Zeiten anrufe. Wenn man dem Deutschen so zuhört, merkt man, dass er nicht einfach ein Musik-Liebhaber ist, der mit seiner Idee vor zehn Jahren etwas Eigenes geschaffen hat, sondern dass er das was, er tun darf über alles liebt und als Perfektionist nur das Beste gut genug ist. Seine geerdete und dankbare Art macht den Stargeiger zu einem sympathischen Musiker. 

 

Mein Plan war in der Pause nach Hause zu fahren. David Garett hat mich aber in der ersten Hälfte so begeistert, dass ich mir die zweite Hälfte auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Der Entscheid zu bleiben, war goldrichtig. Diesmal waren aber nicht nur die Rockhits, sondern auch Ludwig van Beethovens «Scherzo», dass mir sehr gut gefiel. Obwohl ich klassische Musik zu wenig verstehe, ist es ein Genre, das mich immer wieder fesseln kann. Schon im Kindesalter, als ich bei meiner Tante, ebenfalls eine sehr gute Geigenspielerin, zu Besuch war, hörte ich ihr immer beim Üben zu. Das Instrument und die Musik, die sie spielte, waren beruhigend. Ein paar Jahre später, im Berufswahljahr, spielte der Lehrer jeweils zu Schulbeginn ein klassisches Stück vor und erzählte kurz etwas darüber. Im Gegensatz zu meinen Mitschüler konnte er mir damit eine Freude machen und die Liebe zur Musik noch mehr fördern. Kein Wunder, das mir die virtuosen Klänge und der Mix zwischen zeitgenössischer Musik und der Klassik von David Garrett so gefällt. 

Mit einem Queen-Medley («Bohemian Rapsody» / «One Vision» / «We Are The Champions» und «We will Rock you») und als Zugabe «Hey Jude» von den Beatles mobilisierte, er sein Schweizer Publikum zum Mitsingen. Zurecht wurde er mit Standing Ovationen verabschiedet. 

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