26. März 2019

Oomph!

Kofmehl Solothurn

Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein … Ja, Oomph! haben sich vor der Schweiz gut versteckt. Umso schöner, dass sie mit ihrem aktuellen Album «Ritual» der Eidgenossenschaft wieder einen Besuch abstatten und dies in der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn. 

Bevor aber Dero Goi und seine Männer die Bühne enterten, wurde dem Publikum mit Heldenmaschine eine junge Band aus der Neue Deutsch Härte präsentiert. 

Mit Masken, die an einen Science Fiction-Film oder an das Baby aus der TV-Serie «Die Dinos» erinnerten, betraten sie die Bühne. 

Die Band gründete sich 2011 in Koblenz, einer kleine Stadt in Rheinland-Pfalz. Zu Beginn war es ein Parallel-Projekt zur Rammstein Tribute-Band Völkerball. Wegen Verwirrungen an Ihren Konzerten, da das Publikum ausschliesslich Coversongs der Grossen Vorbilder aus Berlin erwartete, entschied man im Mai 2013 unter dem Namen Heldenmaschine die eigenen Songs zu vermarkten. 

Optisch waren Heldmaschine mit den coolen LED-Westen ein echter Hingucker, musikalisch ebenfalls gute Unterhaltung. Anders als bei Rammstein waren die Texte nicht so provokativ. Allgemein war recht zahm, was da vorgetragen wurde.

Das anwesende Publikum machte aber schon gut Stimmung und hüpfte munter mit Sänger René Anlauff mit. 

Heldmaschine_©stagetime.jpg

Mit dem überaus geistreichen Song «TRRR - FCKN - HTLR» vom neuen Album «Ritual», eröffneten die Band aus Braunschweig das Konzert. So komisch wie der Titel des Songs klingt, so aktuell ist der Text, der die perversen Spiele von Diktaturen den noch perverseren Machenschaften der Terroristen gegenüberstellen. 

 

„Massenmord, Gruppensex, Rassenwahn

S&M, Diktatur, Untertan

Religion, Impotenz, Extremist

Deutscher Gruß, Untergang, Doublefist

Sodomie, Sündenbock, Perversion

Syphilis, Hakenkreuz, Hurensohn

Päderast, Genozid im KZ

Bombenbau im Internet

Terror – Ficken – Hitler

Terror – Ficken – Hitler (Benutz' mich!)

Terror – Ficken – Hitler (Verführ' mich!)“

 

Neben weiterem neuen Material, wühlten Oomph! in der Mottenkiste und gruben die ganz alten Songs wie «Der neue Gott» oder «Mein Herz» vom Debütalbum «Oomph!» von 1992 aus. Es war eine intensive Zeitreise, die man im Kofmehl machen durfte. Leider kamen nicht all zu viele Besucher/Innen nach Solothurn. Unter der Woche siegt oft die Vernunft und die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber. Der Ausgang wird auf das Wochenende verschoben. Schade denn gerade Bands wie Oomph! haben mit ihren harten gesellschaftskritischen Texten etwas zu sagen, das auch mal zum Nachdenken anregen darf. 

Die Anwesenden bereuten den Weg ins Kofmehl bestimmt nicht. Die Stimmung zeigte sich ausgezeichnet und es wurde von Beginn weg textsicher mitgesungen. 

Sänger Dero Goi war sehr aktiv, musste aber aus Platzmangel seine Spaziergänge auf ein paar Schritte, die er im Kreis ging, beschränken. Immer wieder zog er das Publikum mit ein, animierte zum Klatschen oder Hüpfen. Ein kurzer Stagedive-Ausflug durfte auch nicht fehlen. 

Dero Goi mit seinem Bart erinnerte mich optisch ein wenig an Mode-Designer Harald Glööckler. Nur das sein Auftreten sicher weniger schrill und viel Ssympathischer war. 

Oomph! sind eine gute Live-Band, die man  gerne wieder öfters sehen würde. Sie stehen für einen kompromisslosen Sound aus Keyboard (Andreas Crap), stampfenden Drums (Silvestri) und Bass Lines (Hagen Gödcke) sowie der markanten Gitarren (Robert Flux und Andreas Crap) 

Nach zwanzig Songs quer durch die Bandgeschichte und zwei Zugaben war das grossartige Konzert leider schon wieder vorbei. 

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