8. September 2017

Nena

Staubkind 

Jonas Monar

Amphietheater Augst

Am Freitag 8. September begab ich mich auf römische Pfade Richtung Augusta Raurica in der Gemeinde Augst im Kanton Baselland. 

Die Spielleute, die im Amphitheater zur Unterhaltung auf der Bühne standen, kamen alle aus Germanien. 

Den Anfang machte der junge Singer-/Songwriter Jonas Monar, der von einem kleinen Ort in Mittelhessen in die grosse Welt aufbrach und in Berlin Fuss fasste. Wie er selbst zwischen den Lieder erzählte, war dies am Anfang ein Kulturschock. Seine herzliche offene Art kommt beim Publikum sehr gut an. Auch seine selbstironischen Kommentare sorgten für eine gute Stimmung. Es gab aber auch nachdenkliche Momente. Als Monar sich ans Keyboard setzte erklärte er, dass er und die Band sich lange überlegt hatten, ob sie den Titel «Sturm» von seinem kürzlich erschienenen Debütalbum «Alle guten Dinge», wegen der aktuellen Wetterlagen in Übersee, spielen sollen. Sie haben sich jedoch dafür entschieden, da die Message des Liedes positiv sei. Es braucht manchmal etwas Schlechtes für einen Neuanfang.

Obwohl Jonas Monar das Rad nicht neu erfand und sehr an Tim Bendzko erinnert, ist der junge Musiker ein Versprechen für die Zukunft und wird sicher sein Weg machen. 

Foto: Christoph Gurtner / Stagetime.ch

Nach einer kurzen Umbaupause starteten Staubkind ihren musikalischen Siegeszug durch die historischen Mauern von Augusta Raurica. 

«Ich kam, sang und hatte mindestens tausend Fans mehr», so ungefähr die Zusammenfassung des begeisternden Auftritts der Dresdner Rockband. Von schnellen Nummern über Geschichten von Alltagshelden im Song «An jedem einzelnen Tag». 

Foto: Christoph Gurtner / Stagetime.ch

Sänger und Gitarrist Sven Louis Manke lässt einen auch gerne in die Vergangenheit reisen und gibt den etwas älteren Konzertbesucher/Innen die Möglichkeit, die Welt auch einmal «mit Kinderaugen» zu sehen. Der ganze Auftritt war enorm intensiv und liess das Publikum, ob Fan oder nicht, nie los. 

Wie schon Jonas Monar waren auch Staubkind von dieser schönen Location begeistert. 

Am Ende des Konzertes wurden die Smartphones für einmal sinnvoll an einem solchen Anlass in Betrieb genommen. Das Bühnenlicht ging aus und das Amphitheater erstrahlte im Handy-Lampenlicht.

Foto: Christoph Gurtner / Stagetime.ch

Noch geflasht von diesem grossartigen Konzert, schaute man gespannt dem Bühnenumbau zu und wartete auf Nena. Die deutsche 80er Jahre-Ikone ist bekannt, dass sie neben der Bühne eine extrem schwierige Diva sein soll, auf der Bühne aber auch mit 57 Lenzen immer 100 Prozent gibt und das Publikum zum Ausrasten bringt. Nur Handykameras mag Madame gar nicht. Wer ganz mutig ist, nimmt noch einen Selfie Stick mit. Während dem zweiten Song kam der Punk aus ihr und fauchte den Mann mit dem besagten Utensil an, er soll sofort das "Scheissding" wegstecken. Nena hasst Handys und auch Fotografen sind nicht ihre Freunde. 

Dennoch ist Nena und ihre Band ein echter Kracher. Schon früh brachte sie ihren Hit «Leuchtturm». Selbst das sonst eher zurückhaltende Schweizer Publikum hat es von den steinernen Rängen gehoben. 

Das ehrwürdige römische Theater, welches um 15 v. Chr. erbaut wurde, verwandelte sich für 90 Minuten in einen Hexenkessel. Nena rockte mit Gitarre und war stets am Bühnenrand präsent. Mag sein, dass Nena keine einfach Persönlichkeit ist. Aber als Musikerin machte sie auch an diesem Abend einen grossartigen Job und 1300 Besucher/Innen dankte es ihr ohne Handy, dafür mit lautstarkem Mitsingen und Klatschen. 

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