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1.Titelbild_Kiki Béguin_©Stagetime.ch125.jpg

23.-25. April 2026
Saar Lor Lux Burlesque Festival
Backerstreet im Hirsch Saarbrücken

Erst zum dritten mal fand im April das Saar Lor Lux Burlesque Festival in Saarbrücken statt. 
Das Festival zeichnet sich nicht nur durch eine etwas andere Location aus, sondern auch durch ein sehr internationales Line‑up.
Unter anderem Vita Devour aus Vancouver, Kanada, Kiki Béguin aus Frankreich und Rassputin + Lucy Furr aus Melbourne, Australien.  
Die drei Shows im Eventlokal «Bakerstreet im Hirsch» konnten unterschiedlicher nicht sein. 

Schon die Cocktail Night im exklusiven Rahmen mit «nur» fünfzig Besuchenden war ein Spektakel. 
Neben Vita Devour und Luxurious Big aus Paris war auch eine sehr talentierte Newcomerin aus der eigenen Reihe der Burlesque-Community Saarbrücken. Ava Aleksandrova begeisterte auf der kleinen Bühne mit einem düsteren Act durch ihre Bewegungen sehr fesselnd. 
Der Host und Mitproduzent Herr Impresario brachte es im Laufe des Festivals perfekt auf den Punkt. Newcomer benötigen Auftrittsmöglichkeiten, um sich und ihre Acts weiterzuentwickeln. Etwas, das die Initiatorin, die «Saarland Burlesque Society», Absinthique, mit vielen kleinen Shows und auch Workshops fördert und so Burlesque im kleinsten Bundesland Deutschlands bekannt macht.
An diesem Abend bekam noch eine zweite Schülerin die Chance, aufzutreten. Hanami Velvet verzauberte mit einer ganz eigenen «Teatime». 

1.Text_Sebastian Jäger_©Stagetime.ch19.jpg

Neben den grossartigen Burlesque-Acts gab es feine Cocktails vom Cocktail-Weltmeister Sebastian Wolf Jäger. Natürlich gab es viele andere Getränke und für mich saarländisches Karlsberg Bier. Kleine Bierkunde: Carlsberg kommt aus Dänemark und das Karlsberg wird in Homburg im Saarland gebraut. Das «K» oder eben das «C» macht den Unterschied, und dies nicht nur vom Geschmack.

Die Cocktail Night zeigte schon mal die Richtung, was einen am Saar Lor Lux Burlesque Festival erwartet. Die Vielfalt und die verschiedenen Arten von Burlesque wurden mit den sechs Künstler*innen gezeigt. 

Das komplette Line-up, alphabetisch geordnet. Die Fotos werden in der Galerie in dieser Reihenfolge angezeigt. 
Ava Aleksandrova, Apolo D’Vino, Hanami Velvet, Kiki Béguin, Luxurious Big und Vita Devour.

1.Text_Saal_©Stagetime.ch102.jpg

Der zweite Abend fand im gemütlichen Theatersaal im «Bakerstreet im Hirsch» statt. Wie man einen schlichten Saal mit spannender Lichtinszenierung in eine spektakuläre Location verwandeln kann, bewiesen die Lichttechniker auf eine sehr eindrückliche Art. Was die Jungs machten, muss man wirklich hervorheben. Deshalb das Bild oben. Das nenne ich Passion für seine Aufgabe. 


Bei der «Martini Night» stand das Neo Burlesque in ihrer wilden und humoristischen Form im Vordergrund. Wie erwartet war die ganze Show sehr abwechslungsreich und bot von allem etwas, aber nie zu viel. Wobei es zu viel Burlesque grundsätzlich nicht gibt. 
Besonders wenn so grossartige Künstlerinnen wie Bunny the D’Vine auf der Bühne stehen. Bunny hat in Zürich eine sehr erfolgreiche Burlesque und Showgirl Schule und begeistert mit ihrem frechen Act der sowohl klassische als auch moderne Elemente beinhaltet. Eben ein Bunny, das es faustdick hinter den Ohren hat.

Bei einer so vielseitigen Show darf natürlich das Drag / Boylesque Genre nicht fehlen. 
Bijou aus Köln begeisterte mich als «verrückter Hutmacher» aus dem «Alice im Wunderland» Film von Tim Burton. 

Man kann es nicht genug erwähnen, wie abwechslungsreich die «Martini Night» war. Egal ob Mann, Frau und alle anderen Gender. Es war jeder Act auf seine Art und Weise einzigartig und begeisterte das Publikum gleichermassen.
Komödiantischer Höhepunkt waren aber das australische Duo Rassputin + Lucy Furr. Die beiden spielten ein altes, kauziges Ehepaar, bei dem man nie so recht wusste, wer jetzt die Hosen trägt. 
Producerin Absinthique hat mir nach der Show erklärt, dass die beiden noch relativ neu in der Szene sind. Dies hat mich schon sehr überrascht, denn die Qualität und die Selbstverständlichkeit ihres sehr lustigen Auftritts deuteten für mich eher auf erfahrene Performer hin.

Burlesque lebt von der Kreativität der Künstler*innen, aber insbesondere von der Energie des Publikums. In diesem Punkt konnte man ebenfalls Bestnoten verteilen. Die Stimmung war zu jedem Zeitpunkt grossartig. Natürlich sah man dies  den Performern an. Ausnahmslos alle hatten während oder nach dem Auftritt ein Lachen im Gesicht. Dasselbe gilt auch für das Miteinander unter den auftretenden Künstler*innen. Wie sich das für ein Festival gehört, fand ein reger Austausch statt. 
Die Szene zeichnet sich ja generell durch den grossen Zusammenhalt über Kontinente hinaus aus, was man in Saarbrücken besonders spürte.

Wo andere Festivals auf möglichst gross setzen, will das Saar Lor Lux  Burlesque Festival klein und familiär. Ein Konzept, das perfekt funktioniert. Alle Abende waren ausverkauft, dennoch war die Location nicht überfüllt und man konnte sich gut bewegen. 

 

Das komplette Line-up, alphabetisch geordnet. Die Fotos werden in der Galerie in dieser Reihenfolge angezeigt.
Bijou, Bunny the D’Vine, Delis MissKitty, Dorian Dietrich, Foxy La Noire, Lino Fernandos, Luxurious Big, Melonplay, Rassputin + Lucy Furr und Vita Devour

1.Text_Absinthique_©Stagetime.ch24.jpg

​Der letzte Abend mit der Champagne Night, setzt den Fokus auf das glamouröse, klassische Burlesque. Dennoch war der Bezug zum Neo-Burlesque spürbar. 
Herr Impresario führte wie in den Abenden davor durch den Abend. Dieses Mal erinnerte sein Outfit an Al Pacino als Michael Corleone im Klassiker «The Godfather». Als grosser Filmfreak. (wenn ich nicht mit der Kamera herumrenne, sitze ich im Kino) freute ich mich natürlich über diese Anspielung.
Beeindruckend war der Auftritt von Kiki Béguin aus Frankreich. Sie unterhielt schon am ersten Abend mit einem sehr lustigen Act. Dieses Mal war es ein ebenso beeindruckendes Kostüm mit riesigen Federfächern auf dem Kopf. Die Fächer haben ein beachtliches Gewicht. Die dann noch auf dem Kopf zu tragen, ist eine grosse Leistung. Aber der Act als solcher war einer der vielen Höhepunkte an dem Abend. 
Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Co-Produzentin Absinthique. Da war ihr wunderschönes Kostüm und ihr souveräner Auftritt. An dieser Perfektion ist nicht nur die Anwesenheit des TV‑Senders ARD. Nein, Absinthique ist einfach eine Klasse für sich und begeistert immer wieder aufs Neue. 

 

Er gehört zu den 10 einflussreichsten Burlesque- und Boylesque-Performern in Europa (Wertung im 21st Century Burlesque Magazine). Kein Wunder: Apolo D’Vino lernte unter anderem vom König des Boylesque, Chris Oh! Der Neuseeländer lebt seit 2019 in Genf in der Westschweiz. Apolo kommt aus Zürich. Dass man da bei gleichen Interessen zusammenkommt, ist klar. 
Apolo trat schon bei der ersten Show, in der Cocktail Night, auf und gewann rasch viele Fans. Am Samstag war der Lärmpegel ebenfalls sehr hoch. 

Natürlich war die Champagne Night ein rauschendes Fest. Es wurde viel gejubelt und gelacht. Kurz: Es war ein grandioser Abend, wie man ihn sich wünscht.

Bedenkt man, dass das Saar Lor Lux Burlesque Festival erst zum dritten Mal stattfand, erlebte man ein hochprofessionelles Event. 185 (!!!) Performer aus der ganzen Welt haben sich für das «kleine Festival» beworben. 
Vita Devour aus Vancouver, Kanada, war schon letztes Jahr dabei und wollte unbedingt wiederkommen. Wenn eine Künstlerin ihres Formats, sie trat schon auf der ganzen Welt auf, unbedingt an ein Festival kommen will, bedeutet dies, das die Veranstalter ganz viel richtig machen. 
Sie ist nicht die einzige, die gerne  in den Vorort von Paris (mit dem Zug ist die Stadt der Liebe nur eine Stunde entfernt) zurückkam. Es waren noch andere Artists dabei, die schon bei den ersten zwei Ausgaben dabei waren. 
Dazu muss man sagen, dass Saarbrücken eine wunderhübsche und gepflegte Stadt ist und ich mich ebenfalls von der ersten Sekunde an wohlfühlte. Die Menschen sind sehr herzlich. Egal wo ich hinkam, in Restaurants oder sonst wo, man wurde stets freundlich. 
Genauso fühlte es sich auch am Festival in der «Bakerstreet» im Hirsch an. Ich kam an und war ein Teil davon. 
Ob es ein Wiedersehen in der Hauptstadt vom kleinsten Bundesland Deutschlands gibt, weiss ich bisher nicht. Ich würde sofort wieder in den Vorort von Paris fahren.

Das komplette Line-up, alphabetisch geordnet. Die Fotos werden in der Galerie in dieser Reihenfolge angezeigt.
Absinthique, Apolo D’Vino, Bamboo, Kiki Béguin, Miss Nuit Blanche, Narcix, Pinky Paradise, Setty Mois, Vilu La Pavonia und Vita Devour.

23. April 2026
Saar Lor Lux Burlesque Festival
Cocktail Night

24. April 2026
Saar Lor Lux Burlesque Festival
Martini Night

25. April 2026
Saar Lor Lux Burlesque Festival Champagne Night

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