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1. Titelbild_3_Uriah Heep_©Stagetime.ch87.jpg

26. Juni 2026
Summer Stage
Park im Grünen Basel

Schon lange bevor es das Summer Stage Festival gab, war ich immer wieder im Park im Grünen/G80 in Münchenstein nahe der Stadtgrenze zu Basel. 
Dass man diesen idyllischen Ort für Konzerte ausgewählt hat, hat viele Vorteile, da vor der Bühne ein kleiner Hügel ist. Dadurch hat man auch von den hinteren Reihen eine gute Sicht auf das geschehen. 
Den Anfang machte das Basler Rock/Pop Duo A Head on Fire. Die beiden spielen mit grossem Einsatz bei brütender Hitze. Die Grosse Partyband war das jetzt nicht. Dominik Sutter und Marcel Huber gaben ihr Bestes und überzeugten mit einem abwechslungsreichen Set aus langsamen und Up-Tempo-Songs. 

Als die Sonne etwas tiefer stand, kam der erste internationale Act des Abends auf die Bühne. 
Manfred Mann’s Earth Band wurde anfangs der 70er Jahre in England von Manfred Mann gegründet. Er und Gitarrist Mick Rogers sind die letzten zwei noch aktiven Gründungsmitglieder.
Wie immer versteckte sich Manfred Mann hinter den Keyboards und kam nur vereinzelt nach vorn. 
Musikalisch zählt sich die Band zum Rock und Progressive Rock. Die Einflüsse von Jazz Rock sind aber immer wieder zu hören. 
Auch Manfred Mann’s Earth Band ist eine Band, die man einfach hört, ohne dass das Publikum ausflippt. Dennoch ist die Stimmung gerade bei Klassikern wie «Davy's on the Road Again» oder dem ellenlangen «Mighty Queen» hervorragend und es wird lautstark mitgesungen.
Die Engländer verstehen es, ohne viel Drumherum das Publikum mitzureissen. Man könnte sie mit einer guten Flasche Wein vergleichen: Je älter, desto besser werden sie.  


Seit 1969 begeistern die Engländer Uriah Heep mit ihrem grossartigen Hard Rock. Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch Gitarrist Mick Box dabei.David Byron (bis 1976) † 1985, Alex Napier (bis 1970 † 2023, und Ken Hensley (bis 1980) † 2020 sind verstorben. Nur Paul Newton lebt, ist aber bereits 1971 ausgestiegen. 
Bei immer noch heissen Sommertemperaturen stürmten die junggebliebenen Männer die Summer Stage und begeisterten von der ersten Sekunde an. Wie ein Formel-1-Bolide aus der Poleposition zeigten sie warum Uriah Heep nach 57 Jahren immer noch den Headliner Status für sich beanspruchen. Schnörkelloser Hardrock, der durch Mark und Bein geht und auch im Park im Grünen für beste Stimmung unter dem jungen und Junggebliebenen Publikum sorgt.
Bernie Shaw’s Grinsen sah man wohl noch in der hintersten Reihe. Solch eine Spielfreude habe ich bei Uriah Hepp schon lange nicht mehr gesehen. Das nur 11 Songs kurze Set bot von ganz neu mit «Save me Tonight» bis zu den obligaten Klassikern wie «Easy Livin’» oder «Lady in Black» eine gute Mischung.

Mit Uriah Heep ging ein perfekter, sommerlicher Konzertabend zu Ende. 

1. Titelbild_7_Trauffer_©Stagetime.ch178.jpg

27. Juni 2026
Summer Stage
Park im Grünen Basel

Der Samstag begann um 17.15 Uhr mit einer mir unbekannten Band namens Lilac Attitude. Ihren wilden Girlie Power Sound nennen sie «Floral Grunge. Was das Basler Quartett bei schon fast unmenschlichen Temperaturen leistet, ist alleine bewundernswert. Der Sound ist gut abgemischt und Sängerin Jackie überzeugte auch durch ihre Ansagen. Ja liebe Männer, man darf auch über Menstruation singen. Und ja, würde es uns betreffen, würde ein Tampon nicht reichen, wir hätten eine halbe Matratze in der Hose. So zumindest hat es mal Jürgen von der Lippe sehr zynisch auf den Punkt gebracht. 
Schade, dass das Publikum nicht mehr Interesse an dem Geschehen auf der Bühne zeigte. Ja, ja, Grunge ist mit Kurt Cobain gestorben. Was Lilac Attitude zeigten, war aber wirklich hörenswert und machte Spass. Man könnte schon von einer  Wiederauferstehung sprechen. Allerdings in einer frecheren Form, als Nirvana, Soundgarden und Co. je spielten. Ich wünsche mir mehr solche frische Auftritte, die musikalisch und optisch einfach überzeugen.

1.Text_4_Lilac Attitude_©Stagetime.ch115.jpg

Nach der Umbaupause ging es mit Einfach Ben aus Bern weiter. Ja, der Ben ist radio­tauglich und mehr leider nicht. Zu einseitig und einsilbig sind seine Popsongs. Keine kannten, kein Mut, anders zu sein. Schade, denn instrumental hatte es die Band im Griff, aber mehr nicht.

Les Touristes ist die zweite Band aus der Region Basel. Gemäss Ihrer kleinen Wikipedia-Seite spielen sie Mundart Pop/Jazz ich hätte sie jetzt sogar dem Ska Genre zugeordnet. Die Fünf Jungs gaben ordentlich Gas und überzeugten mit ihrem musikalischen Talent.
Bekannt wurden Les Touristes 20213 mit dem Gewinn des kleinen Prix Walo. Gerade mal ein Jahr nach ihrer Gründung. 
Wie schon Lilac Attitude sprachen auch sie mit Suizid ein unbequemes Tabuthema an. Dieses Mal betrifft die Thematik mehr die Männer, was die Sache jetzt nicht angenehmer macht. Es gilt generell bei Themen wie Angstzuständen und Ähnlichem besser, als Gesellschaft hinzuhören und Hilfe anzubieten. Mit ihrem Song (leider weiss ich den Titel nicht) machten Les Touristes darauf aufmerksam.  Sie forderten in dem Zusammenhang auch das Publikum auf, sich dem unbekannten Platznachbarn vorzustellen und zu fragen, wie es ihm/ihr geht. Persönlich bin ich schon lange der Meinung, das man mehr miteinander sprechen soll, und wenig via E-Mail oder den asozialen Kanälen kommunizieren soll. 
Nach einer schweisstreibenden Show der Basler war es dann zeit für den Berneroberländer Trauffer und ganz viel «urchige Rock- Muuuhsik. Traufer macht schon seit Jahren die berühmten Holzkühe, die es in fast allen Souvenirläden und in seinem Hotel in Hofstetten bei Brienz zu kaufen gibt.
Mit seinem neuen Album «Heubode» kam Trauffer mit seiner Band zum ersten Mal in den Park im Grünen und lobte die herzliche Atmosphäre. 
Bei immer noch 26 °C nach Sonnenuntergang riss er und seine Tänzer*innen die Summer Stage ab. Das war nicht nur ein Konzert, das war eine Hochleistungs-Show mit viel Witz und top getanzten Choreografien. 
Trauffer sagte es richtig: «mir dörfe nid jammere, wiu’s chli warm isch. Äs isch haut summer u wenn’s würd rägne wärs oh nid guet». 

Der ehemalige «Büetzerbueb» (Büetzerbuebe war ein Musikprojekt mit Gölä), überzeugte mit seiner Art, das Publikum in sein Konzert einzubeziehen. 
Das war pure Spielfreude, wie man es sich von allen Künstler*innen und Bands wünscht. 

Das Summer Stage Festival ist eines dieser kleinen Festivals, die man von Anfang an ins Herz schliesst. Top organisiert. Faire Preise beim Essen und bei Getränken genau so wünsche ich mir einen Konzertbesuch.

Die Vorfreude auf die Summer Stage 2027 ist auf jeden Fall schon da.

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