
22. Mai 2026
Elysian Cabaret
Labor 5 Zürich
Allegra Del Basted kreierte im Zürcher Labor 5 Club eine spezielle Burlesque und Cabaret Show. Sie stellt Ihre Shows jeweils unter ein gesellschaftlich unbequemes Motto. Das kann «Brustkrebs» sein oder wie bei der aktuellen Show: «Sexwork is Work».
Allegra will mit Performancekunst – dazu gehört auch Burlesque – auf dieses Thema aufmerksam machen und zugleich sammelte sie Spenden für die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ.
Eine der Künstlerinnen, Dragking Tallboy arbeitet bei dieser NGO und erklärte nach der Pause, wie wichtig es ist, Sexarbeiterinnen eine Stimme zu geben und sie im Notfall juristisch zu vertreten.
Zu der Berufsbezeichnung «Sexarbeiterin» gehören neben Prostituierten auch Stripperinnen, Dominas und Escortfrauen. Stripperinnen bieten keine sexuellen Dienstleistungen den Klienten an. Beim Escort kann es zu sexuellen Kontakten kommen, muss aber nicht.
Generell ist es wichtig, dass die Frauen in diesem stigmatisierten Berufsfeld geschützt sind und Zugang zur medizinischen Versorgung haben.
Tallboy brachte es bei seiner Performance auf den Punkt, als er zu einem Lied aus Disney Arielle, die Meerjungfrau, performte. In dem Lied geht es darum, dass Arielle davon träumt, ein Mensch zu sein und auch so behandelt zu werden.
Ebenfalls dem Thema entsprechend trat Jana Oneira auf. Jana ist selbstständige Stripperin und eine grossartige Zirkusartistin. Neben ihrem Burlesque-Act performte sie an ihrem schwebenden LED-Cube.
Eternal Damnation ist eine Dragqueen, die auch live performt. Leider hatte sie an diesem Abend Halsschmerzen. Dennoch gab sie ihr Bestes. Auch wenn sie den einen oder anderen Ton nicht getroffen hatte, konnte man ihr Talent erkennen.
Nach der Pause beschränkte sich Eternal auf das Lipsyncen mit einer intensiven Tanzperformance.
Natürlich trat auch die Produzentin des Elysian Cabaret, Allegra Del Bastet, zuerst mit einem Burlesque-Act und als grosses Finale der Show gab es eine heisse Feuershow. Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana war es erst der zweite Feuer‑Act, den ich dieses Jahr sah. Das Labor 5 in einer alten Industriehalle mit einer sehr hohen Deckenhöhe bot für einen solchen Act die besten Voraussetzungen. Wie immer, wenn Feuer auf der Bühne gemacht wird, ist ein Feuerwehrmann/eine Feuerwehrfrau vor Ort. Diese Regel gab es aber schon vor der Katastrophe. In diesem Fall war es gleich Host Dario. Dazu war Jana früher bei der Feuerwehr.
Eine sehr spezielle Performance Kunst zeigte Lucid Lucian. Angekettet an zwei Boxen, die mit «Depression» und «Trauma» auf der einen Seite und mit «Sex and Drugs» auf der anderen Box beschriftet waren. Nur mit Mühe konnte er sich von seinen Fesseln befreien. Das Ganze war eine Art Metapher und veranschaulichte, wie schwer es ist, aus einer Sucht auszubrechen.
Der Mann aus Antwerpen ist unter anderem «Chairdance» Lehrer. Dies zeigte er mit diversen akrobatischen Einlagen auf dem Klappstuhl. Als Wikinger zeigte er auch Stärke und Mut.
Das Elysian Cabaret ist keine gewöhnliche Burlesque Show und sieht sich als «Mixed-Style-Show».
Dank der abwechslungsreichen Ansagen von Host Dario, der fast jedes Mal mit einem neuen Kostüm auf die Bühne kam, war die Stimmung im kleinen, aber feinen Publikum hervorragend.
Wie in der ganzen Burlesque Szene ist jetzt Sommerpause. Man darf aber gespannt sein, zu welchen Themen Allegra weitere Elysian Cabarets produziert.

























