
1. September 2026
Ronnie Wood And His Band feat. Imelda May
Volkshaus Zürich
The Rolling Stones Mitglied Ronnie Wood kam zum ersten Mal mit seinem Soloprojekt «Ronnie Wood and his Band» ins altehrwürdige Volkshaus Zürich. Als grosser Stones Fan war diese Konzertankündigung eine der schönsten Nachrichten des Jahres. Ich muss allerdings zugeben, dass ich Ronnie Wood nicht als Solokünstler auf dem Schirm hatte. Aber der 79‑Jährige hat von
1974–2021 18 Alben veröffentlicht. Umso erstaunlicher, dass er erst jetzt in dieser Konstellation in die Schweiz kam.
Bei so einem grossen Namen standen die Fans schon zwei Stunden vor den Türen des Volkshauses.
Im Voyer traf ich dann unter anderem auf den CEO von Veranstalter Takk AB Entertainment, André Béchir. Ohne diese prägende Figur in der Schweizer Konzertlandschaft hätte ich wohl The Rolling Stones nie in der Schweiz gesehen. Aber nicht nur deshalb habe ich einen grossen Respekt vor ihm. Trotz seines Verdienstes als Veranstalter, blieb er immer bodenständig. Etwas, was ich als grosse Charakterstärke sehe.
In diesem Review geht es aber um einen anderen Grossen der Musikgeschichte.
Ronnie Wood begann seine musikalische Karriere in den 1960er Jahren bei der englischen Band «the Birds». Sieben Jahre später war er kurz bei der Band «Santa Barbara Machine Head» danach sties er zur Jeff Beck Group. Nur zwei Jahre später löste sich die Band auf und Ronnie und Rod Stewart schlossen sich den Small-Faces an. Wenig später benannten sie sich in «The Faces» um.
Wood und Stewart waren bei The Faces für das Songwriting verantwortlich. Ronnie war auch an den ersten Soloalben von Rod Stewart als Gitarrist beteiligt. 1975 trennten sich die The Faces ebenfalls.
1974 suchten die Stones nach dem Ausscheiden von Mick Taylor, einen neuen Gitarristen. Mick Jagger und Keith Richards erinnerten sich an Ronnie, der sie schon bei diversen Projekten unterstützt hatte. Unter anderem spielten sie «It’s Only Rock ’n’ Roll» zusammen ein. Der Song erschien nicht nur auf dem gleichnamigen Album 1974. Ein Jahr später wurde Ron Wood als offizielles Rolling Stones Mitglied vorgestellt.
Mit «It’s Only Rock ’n’ Roll» eröffnete Ronnie Wood and his Band das Konzert in Zürich.
Die Setliste war ein zweistündiges Blues- und Rockfeuerwerk, das einen vom ersten Moment in den Bann zog.
Nach sechs Songs kündigte Ronnie seinen Gaststar, Imelda May. Die Irin war mir bis zu diesem Abend unbekannt. Ihre Stimme und die Bühnenpräsenz überzeugten mich aber sehr schnell.
Imelda beschreibt ihren Musikstil gemäss Wikipedia als Mischung zwischen Rock ’n’ Roll (Elvis) und Jazz (Billie Holiday). Die beiden Stile passen perfekt zu den rauen Blues ihres Gegenübers.
Das Duo May und Wood wurde immer wieder von der Backgroundsängerin Chanel Haynes stimmgewaltig unterstützt. So wurde zwei volle Stunden gerockt, «gebluest», und teilweise gejamt.
Neben jeder Menge Coversongs wie «Seven Days» von Bob Dylan oder «Chain of Fools» von Aretha Franklin gab es einige Songs aus den Faces Zeiten wie «Ooh La La» und «Stay With Me»
oder «Plynth (Water Down the Drain)» ein Jeff Beck Group Song.
Mit «Show Me» war ein Stück aus seinem Soloalbum «Slide on This» von 1992. Darf man den Statistiken von Setlist.fm Glauben schenken, spielte er den Song in Zürich erst das fünfte Mal seit der Veröffentlichung.
Kurz: Es war eine denkwürdige Zeitreise durch Ronnie Woods musikalisches Universum.
Bei den Stones ist er auf der Bühne mehr der «Sidekick». Bei dem Auftritt in Zürich sah man eine ganz andere Seite des Gitarristen. Er sang und bewies sein grosses Können an seinen Gitarren.
Ronnie Wood begeisterte mit Spielfreude, Witz und einem Konzert, bei dem die Musik im Vordergrund stand. Dazu eine ebenso spielfreudige Band und eine fantastische Imelda May.

























